Geschichte

Manchmal muss man neue Wege gehen, um Tradition zu erhalten. Dazu braucht es Mut und Zusammenhalt. Beides fehlte in Terlan sicher nicht, als im Jahr 1893 die Kellereigenossenschaft Terlan gegründet wurde. Was damals eine ungeheure Innovation war, hat sich bis heute bewährt. Der Terlaner Wein hat das kleine Dorf, zumindest bei Weinfreunden, weltberühmt gemacht.


Die Gründung der Kellerei Terlan 1893 fällt in eine Zeit, in der die Landwirtschaft zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren des Landes zählt. Nebst einigen wenigen Weinpionieren, die schon vor über 100 Jahren nach dem Vorbild des Rheingaus Entwicklungen und Rebsorten aus Deutschland und Frankreich nach Südtirol gebracht haben, ist die Landwirtschaft allerdings rückständig und von wenigen Großgrundbesitzern geprägt.

In der Weinwelt sind daher die Weinherren tonangebend. Um sich dieser Abhängigkeit zu entziehen, schließen sich in Terlan 24 Weinbauern zusammen und gründen die Kellerei Terlan. Während Ende des 19. Jahrhunderts in Südtirol das Rotwein-Weißwein-Verhältnis 80:20 vorherrscht, ist Terlan bereits 1893 als Weißweingebiet bekannt. Dieses Verhältnis zwischen Weiß- und Rotwein hat man im Laufe der Zeit weiter ausgebaut. Heute beträgt der Anteil an Weißweinen der Kellerei Terlan 70 Prozent im Vergleich zu 30 Prozent Rotwein.

 

Historie Weinbau

Der Weinbau in Terlan hat vorrömische Wurzeln. Das Gebiet um Siebeneich-Moritzing-Gries war aufgrund der klimatisch günstigen, hochwasserfreien Lage ideales Siedlungsgebiet. Hinweise auf die frühe Weinkultur liefern ausgegrabene Objekte wie Schöpfer und Bronzeblechgefäße aus dem 5.‑4. Jahrhundert v.Chr.

Erst die so genannten Siebeneicher Rebmesser aus der späten Eisenzeit gelten als sichere Beweise der prähistorischen Weinwirtschaft. Die spezifische Form dieser kleinen Messer mit scharf eingebogenem Klingenende lässt ihre Funktion als Rebmesser unschwer erkennen, zumal die einmal erfundene, ideale Grundform über Jahrtausende bis in die Gegenwart herauf kaum verändert wurde. Neben dem Rebmesser unterstreichen Funde von größeren Mengen an Traubenkernen, die derselben Zeit zuzurechnen sind, diese These und belegen damit, dass es bereits einen späteisenzeitlichen Weinbau in Terlan gegeben haben muss.